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Horror-Regisseur Tobe Hooper ist tot!

Horror-Regisseur Tobe Hooper ist tot!

Nachdem die Horror-Gemeinschaft bereits mit dem Tod von Zombie-Ikone George A. Romero vor einigen Wochen einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen mussten, erschüttert nun das nächste Ereignis das Genre: Filmemacher Tobe Hooper ist am vergangenem Samstag, den 26. August 2017, im Alter von 74 Jahren verstorben. Sein Tod kam sehr überraschend und soll laut aktuellen Informationen einer natürlichen Ursache zur Grunde.

Nach seinem Studium an der Universität von Dallas widmete sich der junge William Tobe Hooper gleich seiner Karriere und inszenierte zwei Kurzfilme sowie eine mehrere Dokumentationen fürs US-Fernsehen. Mit „Eggshells“ drehte er 1969 seinen ersten Spielfilme, der damals auf dem Atlanta Film Festival ausgezeichnet wurde. Jedoch fand sein Werk über eine Hippiekommune keine Verleiher, sodass Hooper frustriert beschloss, in einem bewährten Genre Fuß zu fassen.

Zusammen mit seinem „Eggshells“-Co-Autor Kim Henkel gründete er die Produktionsgesellschaft „Vortex Inc.“ und entwickelte schließlich ein Drehbuch für einen Horrorfilm, wofür man ein Budget von rund 80.000 US-Dollar auftreiben konnte. Im Oktober 1974 feierte schließlich sein Werk mit dem Namen „The Texas Chainsaw Massace“ alias „Blutgericht in Texas“ in den amerikanischen Kinos und entwickelte sich, dank einer gekonnten Werbekampagne zu einem Überraschungserfolg. Obwohl der Film damals von den Kritikern mehr als nur zerrissen wurde, entwickelte sich dieser mit der Zeit zu seinem Klassiker des Genres und Wegbereiter einer neuen Welle des Horrorkinos.

1977 folgte schließlich „Eaten Alive“, hierzulande als „Blutrausch“ bekannt, wo abermals eine Redneck-Familie im Mittelpunkt stand, jedoch diesmal noch um ein menschenfressendes Krokodil ergänzt wurde. Zwei Jahre später folgte schließlich der TV-Mehrteiler „Brennen muss Salem“, basierend auf Stephen King’s gleichnamigen Roman.

1982 entstand schließlich mit „Poltergeist“ Hooper’s sein kommerziell erfolgreichstes Werk, dass in sehr enger Zusammenarbeit mit Steven Spielberg („Der weiße Hai“) entstand. Dabei kamen im Laufe der Jahre immer wieder die Gerüchte auf, ob Hooper tatsächlich der Regisseur des Films war, oder gar nur dessen Namen für Spielberg herhielt. Dieser lieferte nämlich nicht nur die Grundidee zum Film, sondern arbeite auch am Drehbuch mit, war jeden Tag des Drehs anwesend und sondern lies Hooper auch von der kompletten Postproduktion außen vor. 2016 äußerte sich Spielberg indirekt in einem Interview dazu: „Ich würde sagen, es war nicht möglich, die Szene zu zeigen, als ich den Film gedreht habe“. Heute zählt „Poltergeist“ ebenso zu einem Klassiker des Genres und erhielt im Laufe der Jahre zwei Fortsetzungen sowie eine Neuauflage.

Danach folgten weitere bekannte Filme wie „Lifeforce – Die tödliche Bedrohung“, die Neuverfilmung von „Invasion vom Mars“, das Musikvideo zu Billy Idol’s „Dancing with Myself“ sowie „The Texas Chainsaw Massacre 2“, die eigentlich als Parodie geplante Fortsetzung seines Kult-Films.

Seit dem Ende der 1980er Jahre drehte Hooper überwiegend Filme mit geringerem Budget, zum Beispiel die Stephen King-Verfilmung „The Mangler“, und betätigte sich auch wieder fürs Fernsehen; so unter anderem bei „Geschichten aus der Gruft“, „Masters of Horrors“ und bei der Spielberg Mini-Serie „Taken“. Seinem geliebten „Chainsaw“-Franchise blieb er weitestgehend als Produzent erhalten und war an dabei an Michael Bay-Remake von 2003 und dem dazugehörigen Prequel von 2006 beteiliget. Seine letzte Regiearbeit war hingegen 2013 der übernatürliche Horror-Thriller „Djinn – Des Teufels Brut“.

Zu seinen Bewunderern zählten unter anderem bekannte Filmemacher wie Hideo Nakata („Ring – Das Original“), Wes Craven („A Nightmare on Elm Street“), Rob Zombie („Haus der 1000 Leichen“), Alexandre Aja („Piranha 3D“) und Ridley Scott („Alien“). Tobe Hooper war zwei Mal verheiratet und hinterlässt seine beiden Söhne, Anthony und William.

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